Zeitläufer: Der Verborgene Raum

Dark Mystery Roman "Zeitläufer: Der Verborgene Raum" Printcover

Das sagen meine Leser

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»Ein Buch für gemütliche Schmökerabende.«

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»Originell und witzig geschrieben, aber auch spannend und bewegend.«

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»Ein großartiger Schmöker zum Versinken und Genießen!«

Extras

Figuren & Konzepte

Jonas Loring: geheimnisvoll schweigsam, unsterblich

“Du fühlst es, nicht wahr? Tief in dir kennst du die Wahrheit, und du fürchtest dich davor, ihr ins Angesicht zu blicken. Das Kästchen ist alles und nichts. Ein Spiegel, dein innerster Raum. Dein Verderben oder deine Erkenntnis. Wähle nicht das Verderben, denn es wird nicht nur dich, sondern alle, die du liebst, mit dir reißen.”

Ein weiser Ratschlag, den Jonas mehr als sechs Jahrzehnte zuvor Lia Strindbergs Großvater gegeben hat. Zu dumm, dass er sich selbst nicht daran gehalten hat. Zweifellos war es bequemer, sich auf einem südenglischen Landsitz zu verkriechen und zu hoffen, dass sich die Dinge von alleine regeln. Alter schützt eben vor Torheit nicht, selbst dann nicht, wenn man unsterblich ist. Sonst hätte er den Schlüssel zur Kammer des Wissens nicht leichtfertig aus der Hand geben. Die Frage ist, wird Lia den gleichen Fehler begehen wie er? Noch ahnt sie nicht, welches Vermächtnis ihre Familie ihr in dem antiken ägyptischen Spiegelkästchen hinterlassen hat. Denn was in den längst vergangenen Wirren des 2. Weltkriegs geschah, wirft seine Schatten noch immer voraus. Ein alter und unberechenbarer Feind, der sich in den Reihen der gelehrten Bruderschaft der “Sopherim” verbirgt, hat bereits ihre Witterung aufgenommen. Jonas wird sich wohl oder übel entscheiden müssen, ob er lieber Jäger oder Gejagter sein will.

 

George Kenyon: schrullig, britisch, Gentleman

“Du kannst mich nicht einfach zu einem Erholungsurlaub aufs Land schicken. Ich arbeite seit dreißig Jahren für die Sopherim und habe ein Recht zu erfahren, was los ist.”

Mit einem Unsterblichen befreundet zu sein und als Teilzeit-Informand herhalten zu müssen, ist eine Herausforderung für sich. Gehüllt in einen Tweedanzug, mit einer Vorliebe für Tee und warme Scones mit Marmelade, ist George Kenyon zwar ein britischer Gentleman der alten Schule, jedoch alles andere als heldenhaft veranlagt. Daran ändert auch die Tatsache nichts, Mitglied einer uralten Bruderschaft zu sein, die ihre Nase zu tief in Mythen und Legenden steckt. Nicht umsonst hat er sich dem Beruf des Architekten verschrieben. Es ist jedoch eine Sache, ob man an einem sonnigen Tag mit Zollstock, Bandmaß, Lot und Wasserwaage hantiert und Grundpläne studiert, oder ob man in einem verrotteten Verlies zusammen mit Spinnen und Ratten festsitzt (Kenyon hasst Ratten) und keine Ahnung hat, warum. Außer dass es Verräter in den eigenen Reihen gibt, die es auf die ehemaligen Teilnehmer einer Grabungskampagne abgesehen haben – und die genau wie er vor Jahren nach der Kammer des Wissens geforscht haben. Auch wenn er sich gerne darüber beschwert, im Dunkeln gelassen zu werden – eins hat Kenyon aus seiner Freundschaft mit Jonas gelernt: Manche Geheimnisse sollten besser nicht gelüftet werden. So kann er nur hoffen, dass sein Entschluss, die Sache bis zum bitteren Ende durchzustehen, ihn nicht um Kopf und Kragen bringt.

 

Lia Strindberg: neugierig, aufmüpfig, stur

“Wenn es nach meiner Großmutter geht, dann bin ich aus der Art geschlagen. Ich bin weder so schön und so klug wie meine Mutter, noch so souverän und großzügig wie mein Großvater. Nur ein bockiges, kleines Kind, das seinen Willen durchsetzen will.”

Es ist nicht leicht, man selbst zu sein, wenn man ständig an anderen gemessen wird. Noch dazu an der eigenen Familie. Lia, ein bruchstückhaftes Glied in einer Kette von Helden? Um aus dem Schatten ihrer übermächtigen Vorgänger zu treten, flüchtet sie sich nach dem Tod ihrer Großmutter, ihrer letzten lebenden Verwandten, nach London, wo sie inzwischen erfolgreich ihr Studium beendet hat. Lias großer Traum ist es, als Künstlerin Fuß zu fassen und später eine eigene Galerie zu eröffnen. Stattdessen wird sie plötzlich von mysteriösen Schatten verfolgt, überfallen, mit einem Familiengeheimnis und einem magischen Erbstück konfrontiert, in eine Verschwörung hineingezogen und verliert beinahe ihren besten Freund. Grund genug, mit dem Schicksal zu hadern? Nicht Lia. Denn auch wenn ihr Leben von heute auf morgen auf den Kopf gestellt wird, gibt es eine Sache, der sie einfach nichts entgegenzusetzen hat: ihre Neugier. Und wenn die Ereignisse allein nicht Grund genug sind, ihre Neugier zu wecken, dann ist da immer noch dieser mysteriöse junge Mann, der sie vor ihren unbekannten Verfolgern rettet und mehr über die Vergangenheit ihrer Familie weiß, als er zugibt. Und der ihr einfach nicht mehr aus dem Kopf geht …

 

Professor Camus: belesen, hochintelligent, stilles Wasser

“Wie wir gesehen haben, ist das Phänomen der Zeit im Alten Ägypten ganz anders betrachtet worden, als es in unserer abendländischen, vom griechischen Denken geprägten Kultur der Fall ist. Für uns bildet die Zeit eine Linie, eine klar gegliederte, konstante Abfolge von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Die Ägypter dagegen stellten sich die Zeit als ein vielfach geflochtenes Seil vor oder als einen Kreis, in Grabdarstellungen gerne symbolisiert durch eine Schlange, die ihren eigenen Schwanz verschlingt.”

Arthur Camus, ein international renommierter Professor für Ägyptologie mit Lehrstuhl in Heidelberg, wird laut Aussage seiner Frau Isabel von seinen Bekannten für einen vergeistigten, wenn auch genialen Kopf gehalten, der mit der Nase zu tief in Fachliteratur steckt, während seine Kritiker ihn zu einem meisterlichen Schöpfer konstruktiver, aber bedauerlicherweise unbeweisbarer Theorien erklären und Neider seine Kritiker loben, weil sie seine Theorien nicht verstehen. Jonas, Lia und Kenyon, die es im Verlauf der Ereignisse nach Deutschland verschlägt, glauben mit seiner Hilfe die wahre Identität der Verräter aufdecken zu können. Als hochrangiges Mitglied im Kreis der illustren Sopherim und mit einem scharfen Verstand und einer Portion Misstrauen gesegnet, will Camus seinem Freund George Kenyon nicht glauben, dass jemand über Leichen geht, um die Kammer des Wissens zu finden. Nach Jahren der Forschung hält er die Kammer schlichtweg für einen Mythos. Behauptet er zumindest. Doch Camus ist ein ehemaliger Studienkollege von Lias Mutter und diese hat, wie Jonas beharrt (eines der wenigen Dinge, die er preisgibt), einst die Kammer betreten – bevor sie auf tragische Weise ums Leben kam. So stellt sich bald die Frage, wem Camus’ Loyalität gilt – einer fragwürdigen Bruderschaft oder alten Freundschaften?

 

Erik Eriksson: Wikinger, unsterblich, direkt

“Ich möchte nicht, dass Sie denken, ich sei ein gefühlloses Ungeheuer. Es ist einfach eine Frage der Prioritäten. Ich habe niemals aus Spaß getötet, nicht einmal in meinen wildesten Zeiten, wo ein Krieger wie ich allein für den Blutrausch, ein paar Goldmünzen und eine anständige Mahlzeit lebte. Aber das sind längst vergangene Tage.”

Unsterblicher, Wikinger, Barbar, Hüne, Rebell, Seefahrer, Reisender, Arzt, Kunstfälscher, Liebhaber, Lebemann – es gibt viele Worte, um Erik Eriksson zu beschreiben, doch keines davon wird ihm annähernd gerecht. So vielfältig wie seine Persönlichkeit, so authentisch ist sein Charakter. Er lebt sein Leben, geniesst, was es ihm bietet – nicht zuletzt die gebildete und wunderschöne Ehefrau von Professor Camus – und bedauert nur eins: sich für ein begangenes Unrecht nicht an seinem einstigen Weggefährten Jonas gerächt zu haben. Bis ihm das Schicksal die Möglichkeit dazu bietet. Doch was, wenn er damit nicht nur die Geister der Vergangenheit heraufbeschwört, sondern einem gemeinsamen Feind in die Hände spielt?

Sopherim

“Sopherim sind Leute, die sich zu wichtig nehmen. Sie sitzen in staubigen alten Bibliotheken, über staubige alte Werke gebeugt, die außer ihnen nie ein Mensch zu Gesicht bekommen hat. Wenn sie nicht lesen und studieren, dann reden und diskutieren sie, und wenn sie diskutieren, fallen sie einem damit ständig auf die Nerven.” − Aussage von George Kenyons Ehefrau Mary

Abgeleitet vom hebräischen Wort Sopher für ‘Schreiber’ (der Plural Sopherim ist in der jüdischen Tradition eine Bezeichnung für die Schriftgelehrten des Alten Testaments),  fand sich in längst vergangenen Tagen ein unabhängiger Kreis aus Gelehrten zusammen. Im Bewusstsein des schleichenden Niedergangs der antiken Welt und ihres Gedankenguts, sammelten sie deren wissenschaftliche und kulturelle Errungenschaften an wohlgehüteten Orten und erhielten sie für die Nachwelt. Einst von der katholischen Kirche verfolgt, breitete sich im Laufe der Jahrhunderte ein Netzwerk aus geheimen Bibliotheken und durch die Tradition verbundener Gelehrter über den gesamten Globus aus. Ihr Wissen ist ihre Macht. Daher lässt sich ihr Einfluss in wissenschaftlichen, politischen und militärischen Kreisen nur erahnen. Obwohl weder Mystiker, Magier oder Hexen, befassen sich einige von ihnen seit Alters her mit Magie und Okkultismus. Diesem Umstand dürfte es zu verdanken sein, dass sich innerhalb der Sopherim schon früh eine verdeckt operierende Gruppe formiert hat, die sich selbst Basilisk nennt und zu radikalen Mitteln greift, wenn es der Durchsetzung ihrer obskuren Ziele dient. (Jonas Lorings vagen Andeutungen zufolge verbindet ihn eine lange und wechselhafte Geschichte nicht nur mit den Sopherim, sondern auch Basilisk.) Soviel bekannt ist, steht den Sopherim eine internationale Ratsversammlung vor. Ihre auf der Welt verteilten Niederlassungen werden in Anlehnung an die universitäre Terminologie jeweils von einem Dekan geleitet. Die Sopherim selbst bezeichnen ihre Verbindung als Kreis. Der Ouroboros ist ihr Erkenunsgssymbol.

 

Ouroboros

“Vielen von Ihnen dürfte dieses Symbol geläufig sein. Sein Ursprung geht zurück auf die sogenannte ‘Weltumringler’-Schlange. Die altägyptische Bezeichnung hierfür lautet Meḥen-ta. Die Griechen nannten die Schlange später ‘Ouroboros’, was nichts anderes als ‘die ihren Schwanz Verzehrende’ bedeutet. Diese Schlange, bzw. der Kreis, stellt das totalitäre Prinzip einer kosmischen Zeit dar.” − Professor Arthur Camus in einem Vortrag über das Selbstverständnis altägyptischer Kultur

Ouroboros – die Einheit der Gegensätze. Unendliche Zeitfülle. Kein Anfang, kein Ende. Wandel. Vollendung. Vollkommenheit. In sich ruhend. Schöpfung aus sich selbst heraus. Erneuerung. Unendlichkeit. − Ein Archetyp des Geistes, der weder Innen noch Außen kennt, sich selbst genügt und für den Zeit und Raum keine Bedeutung hat. Symbol der Sopherim als Zeichen ihrer Beständigkeit, ganzheitlichen Denkweise und ihrer Ablehung des vorherrschenden kausalistischen Weltbildes. Erkenntnis und Geheimnis.

 

Kammer des Wissens

“Eine alte Legende, derzufolge das gesammelte Wissen der Menschheit in einer geheimen Kammer in oder unter der großen Pyramide des Königs Cheops verborgen sein soll. Du hast sicher schon einmal davon gehört.” – Jonas auf Lias Nachfrage, was die Kammer des Wissens ist

Schon immer haben die Pyramiden des Alten Ägypten die Phantasie der Menschen angeregt. Unentdeckte Grabschätze, Einweihungsort und Schauplatz mysteriöser Riten, Hort verborgener Kammern und Gänge mit geheimnisvollen Schriftrollen, Sternkarten, Hinweisen auf eine hochtechnologisierte Kultur, die vor der Sintflut existierte und mit ihr unterging − die Sagen und Legenden, die sich seit der Antike um die Pyramiden von Gizeh und die Cheopspyramide insbesondere ranken, sind so vielschichtig wie der menschliche Geist. Bereits die Römer suchten in der Großen Pyramide nach vergessenen Schätzen, ebenso die arabischen Fürsten des frühen Mittelalters, raffgierige Grabräuber, Abenteurer und die ersten seriösen Archäologen. Gefunden hat man − nichts. Aber warum hält sich das Gerücht um die Existenz einer geheimen Kammer so hartnäckig? Jonas Loring, der niemandem verrät, wie lange er tatsächlich schon auf der Erde weilt, könnte diese Fragen möglicherweise beantworten, aber wie so oft zieht er es vor zu schweigen. So bleibt als einziger Hinweis das altägyptische Spiegelkästchen, das auf verschlungen Wegen in Lias Besitz gelangt ist. Und von dem manche behaupten, es sei der Schlüssel zu Kammer des Wissens …

 

Spiegelkästchen

“Öffne mir!− Wer bist Du? − Was bist Du? − Wo bist du entstanden? − Ich bin einer von Euch!”

Diese kryptischen Worte zieren in Hieroglyphen das mit Goldblech überzogene Ebenholzkästchen, das Lia Strindberg im Nachlass ihrer Familie gefunden hat. In seiner Form einem Anch-Zeichen bzw. einem Henkelkreuz nachempfunden, wurde es 1938 von Lias Großvater im Grab einer ägyptischen Prinzessin entdeckt. Aber was ist, abgesehen von seinem antiken Wert, so Besonderes daran, dass Jonas es fürchtet wie die zehn biblischen Plagen, Lia stets ein ungutes Gefühl in seiner Nähe empfindet und bereits die Nazis alles darangesetzt haben, um es in ihre Finger zu bekommen? Fragen, die an dieser Stelle nicht beantwortet werden können. Vielleicht ist und bleibt alles — ein Mythos …?

 

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